Neustadt/Dosse

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Amt Neustadt/Dosse

Seit 1854/89 unterhielten Ursulinen in der Berliner Innenstadt ein Mädchen-Gymnasium. 1923 übernahmen sie als Ersatz für ein kleines Internat in Berlin-Schlachtensee das 1911 als „Kommunikanten-Anstalt“ eröffnete Waisenhaus in Neustadt/Dosse. Etwa 1919-21 hatten hier schon Mägde Mariens gewirkt. Die Ursulinen bauten das Haus als Schullandheim aus und richteten 1925 eine katholische Schule ein, die als Heimschule sogar die NS-Zeit überstand. 1947 aber wurde das inzwischen eröffnete Gymnasium, 1950 auch die Heimschule von den sowjetischen Behörden endgültig geschlossen. Seitdem betreuen die Schwestern geistig Behinderte. 1992/93 entstand hierfür ein großzügiger Erweiterungsbau.

 

 

 

Die katholische Kirche in Neustadt/Dosse ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht

Für die Katholiken in Neustadt und Umgebung hatte seit 1864 im Ortsteil Spiegelberg eine zunehmend baufällige ehemalige Kapelle der reformierten Gemeinde zur Verfügung gestanden, in der Geistliche aus der Nauener Muttergemeinde Hl. Messe feierten. Durch großherzige Spenden konnte dann am 24.6.1906 eine von Arnold Güldenpfennig entworfene neuromanische Kirche benediziert werden, die 1913 nach Plänen von Josef Welz erweitert wurde. Hinter dem kunstvoll gestalteten Portal erstreckt sich der niedrige, dreischiffige Kirchenraum. Der 1913 von Emil Jung in Sandstein ausgeführte Taufstein im Anbau, ein Relief der Taufe Jesu und die Pietà zeigen Elemente des Jugendstils. Die Apsis beherbergte früher den Schwesternchor, seit 1937 abgetrennt durch den hier aufgestellten Hochaltar aus ihrer aufgegebenen Niederlassung in der Berliner Innenstadt. Pfr. Werner Olszewski (1956-60) ließ ihn bei einer Umgestaltung durch Erich Hennes durch einen wohl am 29.6.1958 konsekrierten Travertin-Altar ersetzen. Die Weihe der Kirche war am 12.9.1959. In den 80er Jahren wurde nach Entwürfen von Manfred Maaz die Altarinsel vorgezogen und ein schlichter Holzaltar aufgestellt. Die erste Orgel ersetzte man 1982 durch ein neues Instrument der Fa. Sauer, wofür auch die Empore umgebaut wurde.

 

Der Altarraum der Kirche

Erster eigener Geistlicher in Neustadt war Ignaz Pawelke (1907-08), bald gefolgt von Paul Pietryga (1908-34), in dessen Amtszeit Neustadt zum 1.6.1911 mit etwa 1300 Katholiken vermögensrechtlich selbständige Kuratie wurde. In den 30er Jahren entstand ein separates Pfarrhaus. Nach der Abtrennung von Kyritz und dem zugehörigen Döllen (1936) wurde 1939 für Neustadt eine Zahl von 350 Katholiken angegeben. Nach dem II. Weltkrieg, an dessen Ende die Kirche unter Pfr. Alfons Schneider (1939-56) kurzzeitig als Lazarett diente, stieg die Katholikenzahl durch die Flüchtlinge und lag 1953 bei 1500. Zeitweilig bestanden in Wusterhausen (1945-46) und in Sieversdorf (1946-60) Seelsorgestellen. Heute gehören etwa 550 Katholiken zur Herz-Jesu-Gemeinde.