Heilig Geist – Kyritz

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Stadt Kyritz

 

Der Innenraum mit dem Hochaltar

Als architektonisches Kleinod darf man wohl die Kyritzer Heilig-Geist-Kirche bezeichnen. Der Architekt Josef Welz komponierte neuromanische und neugotische Stilelemente: Einen wuchtigen Turm mit Feldsteinsockel, die Apsis mit Netzrippengewölbe, an der Nordseite ein gotisierendes Portal mit einer Statue der hl. Elisabeth. Aufwändig gestaltete hölzerne Säulen tragen die Decke und die den dreischiffgen Kirchenraum halb umlaufende Empore. Bauherr war Pfr. Pietryga aus dem benachbarten Neustadt, am 17.6.1912 wurde das Gotteshaus benediziert. Für das neugotische Altar-Retabel, nach der Liturgiereform zeitweilig ausgelagert, aber in den 80er Jahren wieder aufgestellt, schuf Heinrich von Woerndle Gemälde, die dem Patronat der Kirche entsprechend die Aussendung des Hl. Geistes, die Taufe Jesu und die Verkündigung an Maria zeigen. Am 21.6.1964 erfolgte die Altarkonsekration. Die Orgel der Fa. Feith von 1916 wurde 1955 erweitert.

 

Heilig-Geist-Kirche in Kyritz

Die Bildung einer Gemeinde wird für das Jahr 1911 angegeben, nachdem schon seit 1883 Nauener Geistliche gelegentlich hier Gottesdienst gefeiert hatten. Ab 1909 war Pfr. Pietryga zuständig, der damalige „Betraum“ in einem Hintergebäude war nur über eine „Hühnerleiter“ zu erreichen. In den neuen Kirchturm, der auch eine Wohnung und Gemeinderäume enthält, zogen 1912 zunächst eine Familie sowie der Organist ein. 1919-21 wohnte bereits ein Priester aus dem Bistum Paderborn in Kyritz, der 1920 in der Perleberger Str. 62 am anderen Ende der Stadt ein Haus erwarb, das jahrzehntelang als Pfarrhaus diente. Erster offizieller Seelsorger war Kpl. Bruno Hartmann (1921-24). Die Geistlichen betreuten viele Jahre auch die 1919 entstandene Kapelle in Döllen mit, wo 1940 eine Tochtergemeinde entstand, die aber 1988 wieder mit Kyritz vereinigt wurde. Hier war 1936 eine seelsorglich und 1939 auch vermögensrechtlich selbständige Kuratie gebildet worden, zu der damals 500 Katholiken gehörten. Das Gotteshaus blieb im II. Weltkrieg unbeschädigt und diente zeitweilig auch der evangelischen Gemeinde zum Gottesdienst, als deren Kirche als Flüchtlingslager genutzt wurde. 1953, in der Amtszeit von Pfr. Maximilian Loboda (1947/48-80) zählte die Hl.-Geist-Gemeinde 2700 Katholiken, heute liegt ihre Zahl bei etwa 650. Als Ersatz für das abgelegene Pfarrhaus konnte neben der Kirche 1993 ein modernes Gemeindezentrum eingeweiht werden.