Wahl des Kirchenvorstands und des Pfarrgemeinderates

Von , 20. Oktober 2011

Am Wochenende 12./13. November 2011 finden im Erzbistum Berlin die Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen statt. Eine kurze Einführung in die Arbeit dieser Gremien finden Sie hier:

Der Pfarrgemeinderat

Der Pfarrgemeinderat hat eine Doppelfunktion: Er ist einerseits der vom Erzbischof eingesetzte Pastoralrat der Gemeinde und andererseits das vom Erzbischof anerkannte Organ zur Koordinierung des Laienapostolates (Verkündigung des Evangeliums in der Gesellschaft). Als Pastoralrat berät und unterstützt der Pfarrgemeinderat den Pfarrer; als Organ des Laienapostolats kann der Pfarrgemeinderat in eigener Verantwortung tätig werden und Beschlüsse fassen.

Diese Verknüpfung von laienapostolischer Tradition und beratender Tätigkeit ist spezifisch für den deutschsprachigen Raum. Dem Pfarrgemeinderat ist es sowohl aufgetragen, eigenständig das Evangelium in die Welt zu tragen („Weltdienst“), als auch die Priester bei der „Heilssorge“ (Sorge um die Sakramente) und bei der Seelsorge im Allgemeinen zu unterstützen. In der Satzung der Pfarrgemeinderäte heißt es ausdrücklich: „Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Gemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrags der Kirche“ (§ 2). Die Anstrengungen der Gemeinde zur Mitwirkung am Heils- und Weltdienst der Kirche werden gewissermaßen im Pfarrgemeinderat kanalisiert und gebündelt. Seine Mitglieder machen die Mitverantwortung aller Glaubenden für den Gemeindeaufbau konkret sichtbar.

Die Tätigkeit des Kirchenvorstandes ist geprägt durch ein hohes Maß an Verantwortung für das Vermögen der Kirchengemeinde, das u.a. auch mittels Kollekten und Spenden durch die Gläubigen der Gemeinde aufgebracht wird. Die Kirchengemeinde kann Träger von Kita, Hort, Fried- hof oder Seniorenheim sein. Entsprechend nimmt der Kirchenvorstand Personalverantwortung gegenüber seinen Dienstnehmern (technisches Personal in Kirchengemeinde, Kita, Hort, Friedhof, Seniorenheim) wahr.

Der Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand ist für die Vermögensverwaltung und für die rechtliche Außenvertretung der Kirchengemeinde zuständig. Ihm gehören der Pfarrer, die von der Gemeinde gewählten Kirchenvorstandsmitglieder, die innerhalb der Grenzen der Kirchengemeinde in der Pfarrseelsorge hauptamtlich tätigen Geistlichen sowie ein Vertreter des Pfarrgemeinderates an. Die Amtszeit der gewählten Kirchenvorstandsmitglieder dauert acht Jahre. Nach jeweils vier Jahren scheidet die Hälfte aus.

Der Kirchenvorstand hat den wirtschaftlichen Rahmen zu verantworten und sicherzustellen, damit die Kirchengemeinde ihren Auftrag erfüllen kann. Dieser Aufgabe kommt er im Allgemeinen dadurch nach, dass nach Beratung Beschlüsse über die Vermögensverwaltung gefasst und auf- grund der gemeinsamen Entscheidung dem Erzbischöflichen Ordinariat zur kirchenaufsichtlichen Genehmigung (§ 19 KiVVG) eingereicht werden.

Die Vermögensverwaltung des Kirchenvorstands betrifft u.a. das technische Personal der Kirchengemeinde, die Bautätigkeit, die Unterhaltung von Gebäuden oder finanzielle Entscheidungen wie z.B. Geldanlagen, Eigenmittelfinanzierung der Kirchengemeinde im Rahmen von Personalentscheidungen oder Baumaßnahmen in der Kirchengemeinde.

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