Hirtenwort in der Zeit des Coronavirus

Von , 19. März 2020

Hirtenwort in der Zeit des Coronavirus

 
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
 
„Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ Mt 28,20.
 
Dies sind die letzten Worte unseres Herrn Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, im Matthäusevangelium.
 
Entsprechend der Anordnung unseres Erzbistums finden in unserer Pfarrei keine Gottesdienste mehr statt.  Das gilt auch für die Feier der Kar- und Osterliturgie.
 
Unsere Kirchen bleiben tagsüber geöffnet, solange dies von den zuständigen Behörden nicht untersagt wird. Da Jesus in jedem Tabernakel einer katholischen Kirche wirklich gegenwärtig ist, ist dies eine wichtige Möglichkeit, wo der Mensch die Stärkung durch Gott erfahren kann.
 
Zudem werden die bisherigen Zeiten der Eucharistischen Anbetung in unseren Kirchen durch Einzelpersonen beibehalten. Hier steht die übernatürliche, lebendige Kraft und Liebe zur Bewältigung der gegenwärtigen Unsicherheit und Angst, nämlich Jesus Christus, demütig direkt vor uns.
 
Wer als Einzelperson oder zusammen mit seinem Ehepartner sich bereit erklären kann, z.B. auch am Samstag oder Sonntags eine weitere Anbetungsstunde aus Solidarität zur Bewältigung der Coronakrise zu übernehmen, kann sich bei uns telefonisch melden.
 
Jetzt ist Fastenzeit, eine Einladung zu mehr Gebet, Fasten und Buße.
 
Buße bedeutet vor allem sich Rechenschaft zu geben, wo in Bezug auf die zehn Gebote gefehlt wurde, um dann reuevoll vor allem im Sakrament der Beichte Gott zuzurufen: „Herr Jesus Christus, hab Erbarmen mit mir Sünder.“ Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie dieses Sakrament erhalten möchten.
 
Alle lade ich ein, bis auf weiteres in Solidarität mit unseren Mitmenschen folgendes Gebet so oft wie möglich zu sprechen:
 
„Dreieiniger Gott, wir alle bitten Dich durch die Fürsprache der Mutter Gottes Maria, bewahre alle Menschen in unserem Pfarrterritorium, in Brandenburg, in Deutschland und in der ganzen Welt vor der Ansteckung durch das Coronavirus. Den infizierten Menschen schenke Heilung und Kraft. Dies bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.“
 
Wir, die Priester, werden jeden Tag um 8.30 Uhr in unserer Hauskapelle, das wirkungsvollste Gebet, die hl. Messe, für diesen Zweck feiern.
 
Da viele Gläubige nun nicht in der Lage sein werden, die hl. Kommunion zu erhalten, empfiehlt sich in diesem Zusammenhang die sogenannte geistliche Kommunion. Nach einem aufrichtigen Reueakt gegenüber Gott kann man zu Jesus sagen: „Jesus, Jesus, komm zu mir, o wie sehn’ ich mich nach Dir!“ Dabei kann man sich vorstellen, die hl. Eucharistie wirklich zu empfangen.
 
Täglich um 18.00 Uhr werden wir in unserer Kirche in Pritzwalk die Glocken läuten, um alle für die gleiche Intention in Verbindung mit unserem Erzbischof einzuladen, den „Engel des Herrn“ (siehe Beilage)  zu beten.
 
Auch der tägliche Rosenkranz (siehe Beilage), ein sehr wirksames Gebet,  kann so oft wie möglich zu diesem Zweck gebetet werden. 
 
Zögern Sie bitte keinen Moment, sich telefonisch hier bei uns zu melden. Wir sind für Sie da, um Ihre Sorgen zu hören, Sie mit konkreten Hilfsangeboten zu unterstützen, für Sie persönlich zu beten oder Sie auch zu Hause zu besuchen, um z.B. die Sakramente zu spenden. 
 
Zudem werde ich mit Ihnen verbunden bleiben über ein aufmunterndes Wort an jedem Mittwoch und Samstag in der regionalen MAZ-Zeitung.
 
Vertrauensvoll sagen wir: „Jesus, sorge Du!“ In diesem Sinne wünsche ich allen viel Mut und Gottes Nähe.
 
Ihr
 
Harold Bumann, I.V.E.
(Pfarradministrator)
Beilage